Das Projekt CaCTUS (gefördert im Rahmen des ACRP14 Programms) untersuchte die Rolle und das Potenzial von Carbon Capture and Storage (CCS) und Carbon Capture and Utilization (CCU) für das Erreichen der österreichischen Klimaneutralität bis 2040/2050. Im Fokus stand die Identifikation von „Hard-to-abate“-Sektoren (schwer dekarbonisierbare Industriebereiche wie Zement, Kalk, Eisen & Stahl sowie die thermische Abfallverwertung). Das Projekt analysierte, wie viel Rest-CO₂ abgeschieden werden muss, welche Transportinfrastrukturen (Pipelines) dafür nötig sind und welche Kosten sowie rechtlichen Rahmenbedingungen damit verbunden sind.
Die Methodik folgte einem ganzheitlichen, techno-ökonomischen Ansatz:
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Bestandsaufnahme: Identifikation von über 100 industriellen Punktquellen in Österreich und Analyse ihrer aktuellen Emissionsstrukturen (fossil vs. biogen).
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Szenarienentwicklung: Erstellung von drei Pfaden (Reference, Moderate, Progressive) zur Simulation der industriellen Transformation.
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Infrastruktur-Modellierung: Planung eines theoretischen CO₂-Leitungsnetzes, um die Quellen mit potenziellen Speichern (z.B. in der Nordsee oder lokalen geologischen Formationen) oder Verwertungsanlagen zu verbinden.
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Life-Cycle-Assessment (LCA): Bewertung der Umweltwirkung verschiedener CCUS-Pfade, um sicherzustellen, dass die Lösungen tatsächlich eine Netto-Reduktion der Treibhausgase bewirken.
Die Szenarien unterscheiden sich primär durch die Geschwindigkeit der technologischen Umsetzung und den Grad der Elektrifizierung bzw. Wasserstoffnutzung:
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Reference (Referenz): Orientiert sich an bestehenden Trends und aktuellen Politiken. Hier werden nur geringfügige Prozessumstellungen vorgenommen, wodurch ein hoher Bedarf an CO₂-Abscheidung (CCS) am Ende des Zeitraums entsteht, um die verbleibenden fossilen Emissionen zu kompensieren.
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Moderate: Geht von einer schrittweisen Umsetzung von Effizienzmaßnahmen und einem moderaten Ausbau von grünem Wasserstoff aus. Es findet eine stärkere Trennung zwischen fossilen und biogenen Quellen statt, wobei CCS gezielt für unvermeidbare Prozess-Emissionen eingesetzt wird.
- Progressive: Das ambitionierteste Szenario. Es setzt auf maximale Elektrifizierung, den massiven Einsatz von Wasserstoff (z.B. Direktreduktion im Stahlbereich) und eine sehr frühe Etablierung einer CO₂-Infrastruktur. Hier werden fossile Emissionen fast vollständig eliminiert.
Ein Kernergebnis von CaCTUS ist, dass Österreich Negative Emissionen benötigt, um die unvermeidbaren Restemissionen (z.B. aus der Landwirtschaft oder speziellen Industrieprozessen) auszugleichen.
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Entstehung: Senken entstehen primär durch BECCS (Bioenergy with CCS). Wenn CO₂ aus der Verbrennung von Biomasse (biogenes CO₂) abgeschieden und dauerhaft gespeichert wird, entzieht man der Atmosphäre netto Kohlenstoff, da die Pflanzen dieses CO₂ zuvor während ihres Wachstums aufgenommen haben.
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Bedeutung in der Karte: In deiner Karte werden diese Senken ab 2030 (besonders im Progressive-Szenario) sichtbar. Sie markieren Standorte, an denen biogenes CO₂ nicht mehr ausgestoßen, sondern „gespeichert“ wird. Dies verwandelt die Anlage von einer Quelle in eine Senke (negative Emissionen), was für die Erreichung von „Netto-Null“ essenziell ist.











